TATORT »Schiff«

 

Sonntag. Da war doch noch was ... etwas, das nicht mit Schiffen zu tun hat. Genau: Sonntags geht's nicht nur an Bord, sondern auch abends zum Tatort, ist eigentlich eine binnenländische Städte-Reise. Ganz an Land und auf besonders hartem Boden. Hat normalerweise wirklich nichts mit Schiffen zu tun. Dabei passt's doch wunderbar zusammen: tagsüber auf dem Schiff schwanken, im Eigenabenteuer, abends zur Entspannung aufs Sofa, Fremdabenteuer schauen.

 

Heißt aber nicht immer Entspannung. Unlängst gab es einen alten Tatort wieder zu sehen, da blieb einem das Herz stehen. Der doppelte Tod eines Sehnsuchtsträgers. Hilft aber nichts, schockierende Bilder hin oder her, Forschung macht nicht auf dem Sofa halt. Das Beweis-Dokument wurde sichergestellt und ist hier einzusehen. ... auf eigene Verantwortung ...

 

 

Erschütternd und dennoch erfreulich: die Kommissarin ist, wie man deutlich sieht, alarmiert und nimmt den Vorgang sehr ernst – der Fall ist also in guten Händen. ... vermutlich ist diese tragische Episode sogar der Grundstein für ihre Karriere als längstermittelnde Tatortkommissarin ... Und all jene, denen ein Schiffsherz in der Brust pocht, wissen das sehr zu schätzen: das oft so verkannte Papierschiffchen kommt hier zu seinem Recht und seiner ganz eigenen Großaufnahme. Nicht als Komparse, sondern als herzanrührendes Opfer. Grausam und großartig.

 

Ein besonderer Dank an die Reederei ARD, die diese Tatort-Perle für kurze Zeit wieder zugänglich gemacht hat. Ich verankere das als wertvollen Beitrag zur Dokumentation der ausufernden und weitverzweigten Papierschiffshistorie. Nun wissen wir also auch um dieses Sonderprädikat, bereits aus dem Jahr 1991 und bis heute gänzlich unbeachtet: tatortgeadelt.

 

 

und mit diesem Wort zum Sonntag verabschiede ich mich ...

... in die Eigenabenteuer

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